Das Gespräch
Vom Zuhören zur Einordnung
Ein Gespräch beginnt mit dem, was jemand mitbringt, sei es eine zugespitzte Lage oder ein Unbehagen, das sich noch nicht benennen lässt. Zunächst höre ich zu, auch wo etwas nebensächlich scheint, denn was wichtig ist, zeigt sich oft erst im Zusammenhang.
Wo etwas unklar bleibt, frage ich nach, nicht suggestiv, sondern klärend. Diese Zurückhaltung soll sicherstellen, dass eine Frage keine Erwartung signalisiert und nichts verändert, auch nicht das, woran sich jemand erinnert. So bleibt, was am Ende dasteht, die eigene Sicht dessen, der spricht.
Wer viel gleichzeitig trägt, bringt selten nur ein Thema mit. Oft liegen Berufliches und Privates so dicht beieinander, dass eines das andere überlagert. Bevor etwas eingeordnet wird, gliedern wir die Themen, damit jedes für sich betrachtet werden kann, und schon diese Ordnung verändert oft den Blick auf die Lage.
Erst dann folgt die Einordnung anhand wissenschaftlicher Konzepte. Sie geht davon aus, dass auch ungewohnte Reaktionen auf Belastung zur Normalität gehören, als Anpassungen eines intakten Systems, die sich aus den Bedingungen erklären lassen, unter denen sie entstehen. Aus diesem Verständnis ergeben sich meist auch die Wege, die offenstehen. Welcher davon gegangen wird, entscheidet allein mein Gegenüber.
Wer Verantwortung trägt, kann sich nicht für längere Zeit aus allem herausnehmen, um erneuert zurückzukehren. Die Klärung geschieht daher im Hintergrund, an einem System im laufenden Betrieb; Stellung und Selbstverständnis bleiben dabei unberührt. Was Bestand hat, entsteht Schritt für Schritt, und jeder dieser Schritte trägt bereits, nicht erst der abschließende. Ein Thema muss vor dem ersten Gespräch weder vorbereitet noch durchdacht sein.
Der Ton ist dabei der eines Gesprächs unter vier Augen, informell, aber verbindlich und ohne Fachsprache; eine Sache gilt mir als geklärt, wenn sie sich in einfachen Worten sagen lässt.
Loyalität
Mein Verhältnis zu meinen Gesprächspartnern ist vor allem eines der Loyalität, wie das eines Anwalts zu seinem Mandanten. Ich mache mir das Anliegen meines Gegenübers zu eigen und benenne, wenn nötig, auch, was sonst niemand anspricht.
Eigentümer und Entscheider denken gewöhnlich innerhalb ihrer eigenen loyalen Strukturen und Netzwerke. Manche Themen aber betreffen die Person und nicht die Rolle oder das Haus und erfordern daher Gespräche außerhalb eigener Strukturen, bei gleicher Loyalität. Diese zweite, externe Linie der Loyalität bilde ich im Rahmen des Psychological Private Office, ohne Rückwirkung nach innen.
Der Raum
Folgenfreiheit und Ruhe
Publikationen zum Thema
Das Nadelöhr
Sprache als serieller Kanal zwischen parallelen Systemen
Was in uns vorgeht, bevor wir sprechen, ist hochdimensional – ein inneres Gefüge aus Erinnerungen, Bewertungen, Tendenzen, das sich nicht in Worte fassen lässt, ohne etwas zu verlieren. Sprache ist eine schmale Schnittstelle zu diesem Gefüge: Was hindurchgeht, ist immer eine Reduktion. [mehr...]
Die Illusion der Permanenz
Erinnerung, Einfluss und Identität
Jede Erinnerung wird beim Abruf neu zusammengesetzt, und in bestimmten Momenten ist sie so formbar, dass ein einziges Wort sie verändern kann. Was danach zurückgeschrieben wird, trägt keine Spur dieser Veränderung. Es fühlt sich an, als habe es dort schon immer so gelegen. [mehr...]
Rekonsolidierungssensible Gesprächsarchitektur
Der folgenfreie Raum
Die Wissenschaft der Normalität
Die Architektur der Diskretion
Ethik-Kodex
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Disambiguierung: Keine Identität mit dem postum gelisteten Namensvetter