Kontext und Hintergrundwissen
Was ist ein folgenfreier Raum?
Folgenfrei heißt nicht wirkungslos – ein Gespräch soll wirken, soll Klarheit schaffen. Gemeint ist die Freiheit von Folgen auf alles außerhalb dieses Raumes – insbesondere Rückwirkungen auf operative Prozesse sowie auf das persönliche und das funktionale Umfeld. Folgenfreiheit umfasst zwei Dimensionen: eine äußere und eine innere.
Die äußere Dimension
Ein folgenfreier Raum ermöglicht es, als Mensch hinter der Rolle zu sprechen. Dort hat das Gesagte keine operativen Rückwirkungen, erzeugt keine Berichtslinien und bleibt ohne Datenhaltung. Ein Raum, in dem die Gewissheit besteht, dass nichts aus ihm in den eigenen Verantwortungsbereich zurückwirkt, geschweige denn darüber hinaus.
Die innere Dimension
Die innere Dimension ist weniger vertraut, aber ebenso real: Jedes Gespräch löscht Inhalte aus dem Langzeitgedächtnis unwiderruflich und ersetzt sie durch neue – eine Eigenschaft des Gedächtnisses, die im Alltag meist bagatellisiert wird, für Menschen mit hoher Entscheidungsverantwortung aber besonders relevant ist. Dass dies kaum jemandem auffällt, liegt daran, dass das Gehirn alles tut, um diesen Vorgang zu verbergen: Die Überschreibung läuft nicht nur automatisch, sondern auch vollkommen unbemerkt ab. Eine solche Verfälschung der eigenen Entscheidungsgrundlage ist nicht trivial und nicht hinnehmbar.
Die Neurowissenschaft hat diesen Vorgang so präzise beschrieben, dass daraus eine rekonsolidierungssensible Gesprächsarchitektur entwickelt werden konnte. Sie minimiert die Wahrscheinlichkeit solcher Verfälschungen und stellt damit auch nach innen Folgenfreiheit her.
Erst wenn beide Dimensionen gesichert sind, ist ein Raum tatsächlich folgenfrei.
Loyalität als Haltung
Rekonsolidierungssensible Gesprächsarchitektur
Die Wissenschaft der Normalität
Zero Data Retention
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Als strukturellen Gegenpol beschreibt die rekonsolidierungssensible Gesprächsarchitektur einen kommunikativen Reinraum, der Reflexion ohne externe Einflusslinien ermöglicht.
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Disambiguierung: Keine Identität mit dem postum gelisteten Namensvetter