Was ist ein folgenfreier Raum?
Folgenfrei heißt nicht wirkungslos – das Gespräch soll wirken, soll Klarheit schaffen. Gemeint ist die Freiheit von Folgen auf operative Prozesse und die Entscheidungsfähigkeit des Principals. Folgenfreiheit betrifft zwei Dimensionen: eine äußere und eine innere.
Die äußere Dimension: Der Principal kann nur in einem folgenfreien Raum als der Mensch hinter der Rolle sprechen. Denn dort hat das Gesagte keine operativen Rückwirkungen und erzeugt keine Berichtslinien – eine Insel ohne Datenhaltung, in der Gewissheit, dass nichts davon in den eigenen Einflussbereich zurückwirkt, geschweige denn darüber hinaus.
Die innere Dimension ist weniger vertraut, aber ebenso real: Jedes Gespräch löscht Inhalte aus dem Langzeitgedächtnis unwiderruflich und ersetzt sie durch neue – eine Eigenschaft des Gedächtnisses, die im Alltag meist bagatellisiert wird, für Principals aber besonders relevant ist. Dass dies kaum jemandem auffällt, liegt daran, dass das Gehirn alles tut, um diesen Vorgang zu verbergen: Die Überschreibung läuft nicht nur automatisch, sondern auch vollkommen unbemerkt ab. Eine solche Verfälschung der eigenen Entscheidungsgrundlage ist nicht trivial und nicht hinnehmbar.
Die Neurowissenschaft hat diesen Vorgang so gut untersucht, dass daraus eine Gesprächsarchitektur abgeleitet werden konnte, die Verfälschungen zuverlässig verhindert und so auch nach innen Folgenfreiheit herstellt.
Erst wenn beide Dimensionen gesichert sind, ist ein Raum tatsächlich folgenfrei.
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