Psychological Private Office

Was ist rekonsolidierungssensible Gesprächsarchitektur?

Die rekonsolidierungssensible Gesprächsarchitektur ist ein von Karl‑Heinz Meisters entwickeltes Konzept zur strukturellen Gestaltung von Gesprächen in Kontexten, in denen der Schutz der Integrität von Gedächtnis und Identität hohe Priorität hat. Sie beruht auf dem wissenschaftlich belegten Mechanismus der Rekonsolidierung, der beschreibt, dass aktivierte Erinnerungen vorübergehend offen und veränderbar sind. In dieser Phase können Fragen, Deutungen oder Bedeutungsangebote unbeabsichtigt in Gedächtnisinhalte eingreifen und sie dauerhaft verändern, ohne dass die Person dies bemerkt.

Die Gesprächsarchitektur verhindert solche unbeabsichtigten Eingriffe, indem sie Einordnung und Bedeutung erst dann zulässt, wenn eine Erinnerung wieder konsolidiert und damit stabil ist. Während der Offenheit werden keine Deutungen angeboten und keine strukturierenden Fragen gestellt. Erstfassungen bleiben unangetastet, und die Einordnung erfolgt zeitlich getrennt, auf einem neuen, gemeinsam entwickelten, kongruenten Material, das die ursprüngliche Erfahrung nicht überschreibt. Die Person behält die Hoheit über ihre eigenen Erinnerungen, und psychologische oder strukturelle Einordnung geschieht ohne Eingriff in die Identität.

Das Konzept wurde 2026 erstmals beschrieben und bildet einen eigenständigen Bestandteil der mandatsorientierten Arbeitsweise des Psychological Private Office. Es ist disziplinübergreifend anwendbar und relevant überall dort, wo Gespräche mit sensiblen Inhalten geführt werden und die Stabilität von Gedächtnis und Identität eine zentrale Rolle spielt.

Der Begriff ist keine Marke, sondern eine fachliche Kategorie.

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